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Mein Dienst: Gemeindehelfer

Ich glaube, hier in Kenia sind viele „ein wenig“ gerettet. Das heißt, am Sonntag geht man im besten Fall zur Kirche und von Montag bis Samstag geht es dann auf eigene Faust weiter.

Seit gut zwei Jahren helfen Jacqueline und ich in einer neuen Gemeinde mit. Wir wurden von zwei Leuten angefragt, die vor kurzem eine Gemeinde in einem neuen Siedlungsgebiet begannen, ob wir ihnen helfen könnten. Wir erkannten, dass dies der neue Platz für uns ist und sind nun dort.

 

Einmal nahm ich unterwegs einen (Auto-)Anhalter mit. Bald kam ich mit ihm auf den Glauben zu sprechen. Was ich hier in Kenia liebe ist, dass man direkt mit Menschen über den Glauben sprechen kann. Ich fragte ihn: Bist du gerettet? Er antwortete: Ein wenig!

Ich glaube, hier in Kenia sind viele „ein wenig“ gerettet. Das heißt, am Sonntag geht man im besten Fall zur Kirche und von Montag bis Samstag geht es dann auf eigene Faust weiter.Seit gut zwei Jahren helfen Jacqueline und ich in einer neuen Gemeinde mit. Wir waren vorher ca. 25 Jahre in einer anderen Gemeinde und durften erleben und mithelfen, dass der Gottesdienstbesuch von ca. 10 Leuten auf ca. 800 anwuchs. Nun brauchte es uns nicht mehr und wir beteten für eine neue Gemeinde, in der wir wieder aktiv mithelfen konnten. Wir wurden von zwei Leuten angefragt, die vor kurzem eine Gemeinde in einem neuen Siedlungsgebiet begannen, ob wir ihnen helfen könnten. Wir erkannten, dass dies der neue Platz für uns ist und sind nun dort.

Der Hauptinitiator ist ein Maasai aus Tansania, der vom Islam zu Jesus kam. Der zweite Mann ist ein Blinder, der früher einige Jahre bei DIGUNA war. Bald kam noch ein dritter dazu, der ein Anliegen für die Gemeinde hat. Nun sind wir vier Leiter. Von Anfang an war es den Leitern ein Anliegen, die Besucher zu schulen. Wir starteten deshalb eine Bibelstunde, damit die Gemeindebesucher ein Fundament im Glauben bekommen konnten; denn das „ein wenig gerettet“ merkten wir stark. Es kamen Leute in den Gottesdienst, die nach einiger Zeit wieder weg waren – die Männer meistens zurück im Alkohol. Es war klar: Die Leute kamen, ohne verstanden zu haben was es heißt Jesus nachzufolgen. Die Bibelstunde sollte nun helfen, dass die Leute verstehen und dann auch eine klare Entscheidung treffen können um Jesus nachzufolgen. Leider nehmen bisher im Wesentlichen nur die drei anderen Leiter an der Bibelstunde teil. Das hat aber den Vorteil, dass wir über vieles sprechen können, was die Gemeindearbeit direkt angeht, wie Predigtvorbereitung, Gottesdienstleitung, Gebet für die Gemeinde, Gebet im Allgemeinen usw. Wir besprechen was die Einzelnen bewegt, dann bereite ich eine Serie fürs Bibelstudium vor. Damit die Frauen nicht zu kurz kommen, begann Jacqueline eine Frauenstunde. Es kommen nur ganz wenige Frauen und es ist nicht so einfach mit ihnen. Im Gegensatz zu den „Männer-Treffen“ kommen hier fast keine Beiträge. Sie haben nun das Johannesevangelium zusammen durchgenommen.Der Gottesdienst ist auch etwas speziell. Er ist in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil singen und beten wir und haben eine Bibelbetrachtung, die fortlaufend über ein Buch ist, damit die Besucher ein Fundament in der Bibel bekommen. Dieser Teil wird mit einer Tee-Pause abgeschlossen, wozu die Besucher Tee und Brot mitbringen. Das gibt Zeit zum Austausch. Nachher gehen die Kinder zur Sonntagschule und die Erwachsenen zurück in den Gottesdienstraum für mehr Lieder, Austausch, Gebet und Predigt.Jacqueline konnte eine junge Frau für die Sonntagschule ausbilden. Leider zog sie weg. So haben wir eine andere zu einem Sonntagschullehrerkurs geschickt. Sie kann nun die Kinder unterrichten, wenn Jacqueline weg ist.

Zurzeit kommen wir in einer kleinen Hütte zusammen, die einem Ziegenstall ähnlicher sieht als einer Kirche. Sie steht in der Mitte eines sehr großen Feldes. Wenn es regnet, ist das Feld ein großer Sumpf, und die meisten kommen in Gummistiefeln zum Gottesdienst. Wir haben darum die Gemeinde scherzhaft: „AIC Gummistiefel“ genannt. Wir hoffen, mal ein Stück Land erwerben zu können, um eine bessere Kirche zu bauen. Im Moment kommen so 15 bis 20 Leute zum Gottesdienst.

Hans