Geschichte

Horst Kommerau , Licht über Afrika, SCM-Hännsler, 2012

Das Buch ist hier bestellbar oder bei uns bestellen.

„Wenn wir den ersten Schritt tun, so tut Gott den nächsten hinzu!“

Vic Paul (Gründer)

 

Victor Paul, als Sohn des amerikanischen Missionars Austin Paul im Kongo aufgewachsen, hatte ein besonderes Anliegen, den Menschen im Kongo zu helfen und ihnen das Evangelium zu bringen.  Startschuss für die Arbeit war ein Kauf von vier ausgesonderten Unimogs der Bundeswehr, um daraus mit einem kleinen Team von Mechanikern am Starnberger See auf dem Gelände des Missionswerks  „Wort des Lebens“ zwei fahrtüchtige Unimogs herzurichten.  Am 21. November 1972 begann Vic Paul zusammen mit Wilfried Weber, Emil Böhnke und Horst Kommerau die erste Transafrika-Tour des „Kongo-Team“, wie sich die damals private Organisation nannte. 

Weitere Transafrika-Reisen erfolgten 1974, 1976, 1977, 1978 und 1979.  Im Jahre 1976 zog das Team von Starnberg nach Haiger (Mittelhessen), in eine Fabrikhalle der Firma Hailo. Im November 1978 wurde in Frankenberg / Eder das Missionswerk DIGUNA e.V. mit Hauptsitz in Haiger gegründet. 

Nach der letzten Transafrika-Reise 1979 wurde in Kenia ca. 18km südlich von Nairobi einige Hektar Land gekauft, um eine Basisstation in Mbagathi aufzubauen. Im Laufe der Jahre entstanden verschiedene DIGUNA-Stationen in Kenia, Uganda, Kongo, Südsudan, Tschad.

 

 

Horst Kommerau schreibt in seinem Buch Licht über Afrika:


"Victor Jonathan Paul wurde in einem kleinen Ort, im Ost-Kongo, als Sohn einer amerikanischen Missionarsfamilie 1931 geboren. Seine Schulzeit begann im Internat Rethy, Zaire. Das liegt im tiefsten Afrika und wurde abgeschlossen in der Wheaton Akademie, USA. Danach studierte er Hoch- und Tiefbau in Wheaton  . Mit dem medizinischen Chorps  kam er als Soldat der US-Armee 1954 nach Wiesbaden.
1959 besuchte er das Philadelphia-Bible-College und reiste 1962 in den Kongo, um den bekannten Lepra-Arzt, Dr. Becker, in Oicha  zu unterstützen. Er reparierte die medizinische Ausrüstung und nahm an evangelistischen Veranstaltungen teil. Sehr früh starb sein Vater. Vic selbst erzählt, dass er durch Älteste der Gemeinde eines Tages während des Gottesdienstes nach vorne gerufen und als Nachfolger für diesen Dienst der Evangelisation gesegnet wurde. Man betete für ihn. Etwas überrascht von der ihm zugedachten Aufgabe dachte er: „Nicht jedes Gebet wird auch erhört“. 
Aber es kam anders.
Verschiedene Umstände brachten ihn doch immer mal wieder nach Deutschland zurück.
Er kam  mit dem Missionswerk „Wort des Lebens“ am Starnbergersee in Verbindung. Diese Organisation hat ihre Wurzeln in  Schroon Lake  New York .

Ende der 60er Jahre nutzten sie ein altes Schloss am Ostufer des Starnbergersees, um junge Leute aus Deutschland zu christlichen Freizeit-Camps einzuladen. Hier in Deutschland verweilte „Kongo“ deshalb nur in den Sommermonaten, d.h. während der afrikanischen Regenzeit, weil dann sowieso die Straßen/Pisten im Kongo aufgeweicht sind und man nicht unterwegs sein konnte. 
Ein Höhepunkt im Camp war seine Dia-Show über Afrika. Er erzählte Geschichten aus dem Kongo und wie er mal mit einem Passagierschiff dritter Klasse auf dem Nil mehrere Wochen durch den Sudan nach Uganda unterwegs war. Oder vom Hafen Mombasa, am Indischen Ozean, die 2.000 km lange Strecke über Kenia und Uganda nach Zaire, dem heutigen Kongo fuhr. Vorbei an riesigen Elefantenherden auf roter Staubstraße. Aber immer wieder erwähnte er mit einer besonderen Leidenschaft die vielen Schwarz-Afrikaner, die darunter leiden würden, die Liebe Gottes, wie er das nannte, noch nicht kennen gelernt zu haben, und dass es kaum Menschen gibt, die etwas dafür tun. Er erzählte, dass die Leute im Kongo hinter jeder Krankheit eine Verhexung vermuten und dass aus lauter Angst vor bösen Geistern auch Mütter ihre kleinen Kinder schon mal in den Fluss warfen. 
Er fühlte sich berufen aber sehr hilflos. Es klang etwas naiv, wenn er laut davon träumte, einmal mit einem Team von jungen Christen aus Deutschland durch Afrika zu reisen, um die Menschen dort mit Jesus Christus bekannt zu machen, weil dieser Name einfach so außergewöhnlich ist und Menschen auch in unseren Tagen wirklich verändern kann. 
Im Anschluss an so einen Missionsabend kam ich mit ihm in ein langes Gespräch. Ich erzählte ihm, dass ich Automechaniker bei Mercedes bin und zur Zeit einige Monate Spezial-Ausbildung auf Unimogs absolviere. Dazu regelmäßig mit den Unimogs und sonstigen Allradfahrzeugen auf verschiedenen Truppen-Übungsplätzen die Geländetauglichkeit teste. Schnell fanden wir Übereinstimmung mit den Schlammpisten im tiefsten Afrika. Es war klar: So ein Unimog musste her. 
Schon wenige Wochen später hatte „Kongo“ einen weiteren Verbündeten gefunden. Wilfried Weber, ein Feinmechanikermeister aus Esslingen. Wir trafen uns zusammen mit einem Zivi auf dem Schrottplatz in einem Bundeswehrdepot in Jülich. „Kongo“ hatte an einer Versteigerung teilgenommen und dreieinhalb Unimogs sind in seinen Besitz übergegangen. Das war ein mutiger Schritt. Mit dem wenigen Geld, das er zur Verfügung hatte, kaufte er sich dann noch einen ausgemusterten VW-Käfer Baujahr 1957 ebenfalls von der Bundeswehr für 50 DM.
Sein gesamtes Vermögen war nun investiert und ich fragte ihn, wie er sich denn die weitere Finanzierung von Transport und Einsatz vorstelle. Es erschien mir nur realistisch, vor Antritt einer so großen Reise durch zehn Länder bis in den tiefsten Busch von Afrika die eine oder andere kritische Frage zu stellen. Die knappe Antwort prägt sich bei unserem kleinen Team schnell ein: „Wenn wir den ersten Schritt unternehmen, dann wird Gott alles Weitere tun."